Der Weg zur eigenen Website — Teil 5: Die Schriften

Außer den Farben haben auch die verwendeten Schriften einen großen Einfluss auf die Wirkung einer Website.

1. Charakter

Jede Schrift hat einen eigenen Charakter. Der Charakter jeder dieser Schriften muss zur Aussage der Website passen, ansonsten riskiert man, dass die Website unprofessionell oder unglaubwürdig wirkt.
Manche Schriften sind auch durch geschichtliche oder öffentliche Erfahrungen besetzt und können deshalb nur eingeschränkt verwendet werden. Andere Schriften gelten als laut oder leise, dick oder dünn, faul oder lebendig, lustig oder düster. Derartige Schriften müssen mit Bedacht verwendet werden.

Verschiedene Charaktere der Schriften

2. Schriftkombination

Bei der Verwendung mehrerer Schriften auf einer Website muss man die Kombination sehr sorgfältig auswählen, damit die Charaktere auch gut zusammen passen. Damit die Kombination stimmt gilt: genügend Unterschiede, ähnliche Strukturen innerhalb einer Schriftfamilie, aber nicht innerhalb einer Schriftklasse. Zwei, maximal drei Schriften pro Website sind genug, ansonsten wirkt die Website unprofessionell und unentschlossen.

3. Lesbarkeit

Die Lesbarkeit von Fließtext auf dem Bildschirm ist nicht vergleichbar mit der Lesbarkeit auf Papier.  Während bei Druckwerken Serifenschriften als augenfreundlich und weniger ermüdend gelten, sind auf dem Bildschirm die serifenlosen Schriften meist besser lesbar. Dies gilt umso mehr, je kleiner die Schrift dargestellt wird. Die Schriftgröße sollte jedoch nicht zu klein gewählt werden, 12 bis 14 Pixel sollten es schon mindestens sein.

Times New Roman vs. Verdana
Schriftgröße 10px vs. 12px

4. Rechtliches

Es gibt inzwischen mehrere Verfahren, wie man Schriften, die möglicherweise nicht auf dem Rechner des Besuchers der Website installiert sind, trotzdem nutzen kann. Texte können als Bilder eingebunden oder mittels Flash, JavaScript oder CSS mit der gewünschten Schrift dargestellt werden.
Bei den drei letztgenannten Verfahren ist jedoch zu beachten, dass der gewünschte Font hierbei teilweise oder ganz auf den Rechner des Besuchers herunter geladen wird. Daraus ergeben sich rechtliche Konsequenzen, die es zu beachten gilt.
Die Lizenzbedingungen der verwendeten Schrift können eine Verwendung im Web explizit verbieten, wodurch die Schrift dann für das Web unbrauchbar wird, möchte man keine Abmahnung riskieren.
Die Nutzung der Schriften kann auch entsprechend dem Traffic der Domain kostenpflichtig berechnet werden. Die Schriften werden dann direkt vom Server des Anbieters geladen und nach Nutzung abgerechnet.
Glücklicherweise gibt es auch freie Fonts, die ohne Einschränkung für die eigene Website verwendet werden können. Die Auswahl ist hier nicht so groß wie bei den kommerziellen Fonts und manchmal ist die Qualität etwas schlechter. Dennoch lohnt sich ein genauerer Blick, möchte man nicht ausschließlich mit den Standard-Schriften arbeiten.

Alle Teile dieser Serie:

Teil 1 – Recherche
Teil 2 – Struktur und Navigation
Teil 3 – Wireframes
Teil 4 – Die Farben
Teil 5 – Die Schriften